IFC-Konfiguration (Elemente)
Im Rahmen des Upgrades auf BIMQ V3.6 wurde die IFC-Konfiguration für Elemente neu gestaltet und erweitert. Dies umfasst eine Neustrukturierung des IFC-Dialoges und eine Erweiterung der Funktionalitäten.
IFC-Mappingdialog für Elemente
Der Mappingdialog kann grundsätzlich in drei spezifische Einstellungsbereiche untergliedert werden:
Mapping-Methode
IFC-Klasse
Klassifizierende BIMQ Eigenschaft
Abbildung: IFC-Mappingdialog für Elemente

Mapping-MethodeDie "Mapping-Methode" legt fest, mit welchem Verfahren ein Element in IFC abgebildet und exportiert wird. Insgesamt werden vier unterschiedliche Verfahren unterschiedenIFC-KlasseIm Bereich "IFC-Klasse" erfolgt die explizite IFC-Definition für das ausgewählte Element. Der verfügbare Funktionsumfang richtet sich hierbei nach der zuvor ausgewählten Mapping-Methode.Klassifizierende BIMQ EigenschaftDer Bereich "Klassifizierende BIMQ Eigenschaft" dient der weiteren Spezifizierung einer IFC-Klasse.Übernimm die IFC-Zuordnung nur für diese ProjektanforderungBei aktivierte Checkbox wird das IFC-Mapping nur für diese spezifische Anforderung übernommen. Die Definitionen wird nicht in die Komponentenvorlagen übernommen. Erst bei deaktivierter Checkbox erfolgt eine Synchronisation mit den Komponentenvorlagen. Diese Option steht für alle IFC-Mappingdialoge zur Verfügung. Weiter Information finden Sie hier.
Mapping-Methoden
Es werden vier unterschiedliche Mapping-Methoden unterschieden:
IFC-Klasse mit Untertypen (PredefinedType)
Auswahl mehrerer IFC-Klassen
IFC-Superklasse mit Auswahl der Subklassen
Ohne IFC-Klasse
IFC-Klasse mit Untertypen (PredefinedType)
Mit diesem Verfahren kann eine einzelne IFC-Klasse sowie deren Untertyp (PredefinedType) ausgewählt werden. Der PredefinedType ist eine vordefinierte Typklasse der übergeordneten IFC Entität und dient der eindeutigen Festlegung eines Elementes.
Abbildung: Mapping-Methode "IFC-Klasse mit Untertypen"

Im gezeigten Beispiel wurde das BIMQ-Element "Wand" mit der Mapping-Methode IFC-Klasse mit Untertypen (PredefinedType) auf die IFC Entität "IfcWall" gemappt. Für die Auswahl des PredefinedType sind die unterschiedlichen vordefinierten Ausprägungen wie SOLIDWALL, SHEAR oder ELEMENTEDWALL sichtbar. Die Typen NOTDEFINED und USERDEFINED sind bei fast allen IFC Entitäten vorhanden.
Wird hier der PredefinedType "USERDEFINED" gewählt, kann weiterhin der "Nutzerdefinierte Typ (ObjektType)" definiert werden. Im Beispiel wurde hierfür der Ausdruck "Betonfertigteil-Wand" festgelegt.
Hinweis: Das IFC-Elementmapping kann nur für die "IFC Entität" aber auch in Kombination mit einem "PredefinedType" erfolgen. Im ersten Fall wird die Prüfsoftware nur die festgelegte IFC-Klasse prüfen, währenddessen im zweiten Fall die IFC-Klasse und deren Ausprägung (PredefinedType) geprüft werden. Eine Auswahl an mehreren PredefinedTypes ist ebenfalls möglich.
Auswahl mehrerer IFC-Klassen
Mit dieser Mapping-Methode kann ein Element auf mehrere mögliche IFC-Klassen abgebildet werden.
Abbildung: Mapping-Methode "Auswahl mehrerer IFC-Klassen"

Im Beispiel wurden für das Element "Fundament" die IFC Entitäten "IfcFooting" und "IfcPile" definiert. In der Prüfung werden die hier definierten Anforderungen für beide IFC-Klassen gleichermaßen abgeprüft. Eine weitere Spezifizierung der einzelnen IFC Entitäten über PredefinedType ist aus technischer Sicht nicht möglich.
IFC-Superklasse mit Auswahl der Subklassen
Über diese Mapping-Methode können IFC-Superklassen definiert werden. Eine IFC-Superklasse ist ein übergeordneter, abstrakter IFC-Typ, welcher nicht direkt verwendet wird. Eine Superklasse umfasst einen oder mehrere untergeordnete IFC Entitäten (Subklassen) und dient der Vererbung.
Abbildung: Mapping-Methode "IFC-Superklasse mit Auswahl der Subklassen"

Im gezeigten Beispiel wurde für das Element "Komponente der Gebäudeautomation" der übergeordneten Superklasse "IfcDistributionControlElement" zugewiesen, welchem Entitäten wie IfcAlarm, IfcSensor, IfcController, IfcFlowinstrument etc. untergeordnet sind. Alle Anforderungen, welche für diese Superklasse definiert sind, werden auf alle untergeordneten IFC Entitäten vererbt.
Im Feld "Auswahl der untergeordneten IFC Klassen" ist es möglich, Ausnahmen zu definieren, auf welche die Vererbung nicht angewendet wird. Im Beispiel ist die Ausnahme für die IFC-Klassen IfcActuator und IfcAlarm definiert. Für diese beiden IFC-Klassen werden die für IfcDistributionControlElement definierten Anforderungen nicht angewendet.
Ohne IFC-Klasse
Mit dieser Mapping-Methode ist es möglich, komplett auf eine IFC-Klassifizierung zu verzichten. Da eine eindeutige Identifikation eines Elementes Voraussetzung für eine konsistente Prüfung ist, muss an dieser Stelle ein beliebiges Klassifikationskriterium gesetzt werden. Diese Spezifizierung wird über den separaten Bereich Klassifizierende BIMQ-Eigenschaft definiert.
Abbildung: Mapping-Methode "Ohne IFC Entität"

Im dargestellten Beispiel erfolgt für das Element "Netzersatzanlage" keine IFC-Klassifizierung. Eine Elementspezifizierung muss damit über den Bereich "Klassifizierende BIMQ Eigenschaft" stattfinden.
Hinweis: Ein Mapping ohne IFC-Klassifizierung ist nur im IDS-Format, im nativen Prüfreglformat von Desite (QA.xml) und im Format mvdXML möglich. Alle weiteren Prüfformate benötigen zwingend eine IFC-Klassifizierung.
Klassifizierende BIMQ Eigenschaft
In den vorangegangenen Artikeln wurde beschrieben, mit welchen Methoden ein spezifisches Element auf IFC abgebildet werden kann. Für eine konsistente Prüfung ist es wichtig, eine eindeutige IFC-Klassifizierung zu definieren.
Hierbei wird immer zuerst die IFC Entität mit oder ohne PredefinedType geprüft. (Ausnahme Mapping-Methode: Ohne IFC-Klasse)
Die Angabe eines PredefinedType ist nicht zwingend notwendig. Grundsätzlich wird es aber häufig notwendig, ein Element genauer zu spezifizieren. Die häufigste Methode, welche in der Praxis angewandt wird, ist die Verwendung von "klassifizierenden Eigenschaften". Diese Methode erlaubt es, ein Element genau zu identifizieren und eine spezifische Filterkonfiguration für die Prüfsoftware zu erstellen. Eine solche Spezifizierung wird immer dann notwendig, wenn in einem Fachmodell mehrere Elemente das gleiche IFC-Mapping verwenden. In diesem Fall kann die Prüfsoftware hier keine Unterscheidung mehr treffen.
Abbildung: Nutzung von "Klassifizierende BIMQ Eigenschaft"

Die Auswahl einer
Mapping-Methodeund das Definieren einerIFC-Klassesind Voraussetzung für die Nutzung von "klassifizierenden Eigenschaften". Ausnahme ist die Mapping-Methode "Ohne IFC-Klasse", bei welcher ausschließlich "klassifizierende Eigenschaften" als Identifikationskriterium verwendet werden.Der Bereich
Klassifizierende BIMQ Eigenschaftdient der eindeutigen Identifizierung eines Elementes über eine oder mehrere Eigenschaftsdefinitionen. Hier können alle Einstellungen, welche für das IFC-Eigenschaften Mapping vorgenommen wurden, als Identifikationskriterium für Elemente verwendet werden. Damit ist es möglich, sowohl Eigenschaften, als auch Mengen, IFC-Attribute, Material (IfcMaterial) oder Klassifizierung (IfcClassifikation) zu verwenden.
a.) Eigenschaftsgruppe Hier wird die Gruppe ausgewählt, in welcher sich die zu verwendende Eigenschaft befindet.
b.) Eigenschaft Auswahl der zu verwendenden Eigenschaft. Angezeigt wird der BIMQ-Name, für die Prüfung wird allerdings auf das IFC-Eigenschaften Mapping zurückgegriffen. Somit werden an dieser Stelle die Mapping-Definitionen für Eigenschaften, Mengen, IFC-Attribute, IfcMaterial oder IfcClassifikation verwendet.
c.) Wert Eingabe der zu prüfenden Werte-Definition.
d.) (E) Expliziter Wert Individuelle Werteeingabe oder Angabe von Listenwerten (Mehrfachauswahl möglich).
e.) (D) Dynamischer Wert von Klassifikation, benutzerdefinierter Spalte oder Softwaremapping Der zu verwendende Wert wird dynamisch aus einer Klassifikationsspalte, Softwarespalt oder einer benutzerdefinierten Spalte genommen.
Beispiel: Klassifizierende BIMQ Eigenschaft
Nachfolgend werden drei unterschiedliche Beispiele von IFC-Elementkonfigurationen gezeigt, welche zusätzlich über "klassifizierende Eigenschaften" spezifiziert werden. Alle Bereiche des Mappingdialoges: Mapping Metode, Entität und klassifizierende BIMQ Eigenschaft können, falls gewünscht, kombiniert werden. Wie genau das Mapping konfiguriert wird, hängt von der gewünschten Prüfgenauigkeit ab. Eine Prüfung kann beispielsweise sehr allgemein gehalten werden (nur die IFC Entität wird geprüft) oder sehr spezifisch ausgeführt werden (IFC Entität + PredefinedType + ein oder mehrere klassifizierende Eigenschaften werden geprüft). Die nachfolgenden Beispiele sind nur als mögliche Kombinationen zu verstehen.
Beispiel 1: Prüfung mit einer klassifizierenden Eigenschaft
In diesem Beispiel für eine Wand werden alle Elemente geprüft, welche mit der IFC-Klasse "IfcWall" und dem PredefinedType "PLUMBINGWALL" definiert sind. Diese Elemente werden weiterhin auf eine klassifizierende Eigenschaft "Bauteiltyp" geprüft. Diese Eigenschaft wurde mit der Mapping-Methode "Eigenschaft" in BIMQ definiert, befindet sich im Ordner "gemeinsame Eigenschaften" und hat das IFC-Mapping "Pset_WallCommon.Reference". Der eingetragene Wert (Expliziter Wert) ist hier mit "TYP DF" definiert.
Die Prüfsoftware prüft also alle Elemente mit dem IFC-Mapping:
Prüfregelkonfiguration: | |
|---|---|
IFC Entität: | IfcWall |
PredefinedType | PLUMBINGWALL |
Klassifizierende Eigenschaft: | Pset_WallCommon.Reference:"TYP DF" |

Beispiel 2: Prüfung auf IfcMaterial mit expliziter Wertedefinition
In diesem Beispiel wird auf eine Materialdefinition "Stahlbeton" geprüft. Ziel ist es alle Bauteile zu prüfen, welche mit dieser Materialität erstellt wurden. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Materialität entweder bei IfcMaterial oder für eine beliebige Eigenschaft definiert wurde.
Im Beispiel wird hierfür die Mapping-Methode Ohne IFC-Klasse verwendet. Das bedeutet, dass eine Identifizierung der Elemente nur über "Klassifizierende Eigenschaften" hergestellt werden kann. Als klassifizierende Eigenschaft wird die Eigenschaft "Material" verwendet, welche mit der Mapping Methode "Material" in BIMQ definiert wurde. Die Eigenschaft befindet sich im Ordner "Zuordnungen" und verweist direkt auf die IFC-Klasse IfcMaterial. Die hier angezeigten Wertedefinitionen (Explizite Werte) sind in einer Enummerationsliste definiert und können einzeln oder über die mehrfachauswahl zugeordnet werden. Für das Beispiel erfolgte eine Auswahl von mehreren Materialien. Somit sind bei einer Prüfung alle angewählten Materialdefinitionen für die Klasse IfcMaterial gültig.
Die Prüfsoftware prüft also alle Elemente mit dem IFC-Mapping:
Prüfregelkonfiguration: | |
|---|---|
IFC Entität: | NO_ENTITY |
PredefinedType | - |
Klassifizierende Eigenschaft: | IfcMaterial [Beton, Spannbeton, Stahlbeton] |

Beispiel 3: Prüfung auf IfcClassifikation mit dynamischer Wertedefinition
Im gezeigten Beispiel wird eine Prüfregelkonfiguration für den Elementtyp "Dach" definiert. Im IFC-Modell wurden alle Dächer entweder als IfcRoof oder IfcSlab definiert. Somit wurden diese Elementklassen ebenfalls in BIMQ mit der Mapping-Methode Auswahl mehrerer IFC-Klassen definiert. Als klassifizierende Eigenschaft wird die Eigenschaft "Klassifikation DIN 276" verwendet, welche mit der Mapping Methode "Klassifizierung [DIN 276]" in BIMQ definiert wurde. Die Eigenschaft befindet sich im Ordner "Zuordnungen" und verweist direkt auf die IFC-Klasse IfcClassification. Die hier angezeigte Wertedefinition (Dynamische Werte) verweist direkt auf die hinterlegte "Klassifikation DIN 276". Für die Prüfung wird der hier geforderte Wert "360" also direkt aus der verknüpften Klassifizierung genommen.
Die Prüfsoftware prüft also alle Elemente mit dem IFC-Mapping:
Prüfregelkonfiguration: | |
|---|---|
IFC Entität: | IfcRoof, IfcSlab |
PredefinedType | - |
Klassifizierende Eigenschaft: | IfcClassification [DIN 276] - Value: "360" |
